Dreifaltigkeits-Friedhof II (Bergmannstraße 39 - 41)
Der Kirchhof II der Dreifaltigkeitsgemeinde wurde am Himmelfahrtstag 1825 von Friedrich Schleiermacher eingeweiht. Er ist der älteste der vier Friedhöfe an der Bergmannstraße und hat eine Größe von 55.964 qm. Auf ihm befinden sich 18 Ehrengräber.
Die Friedhofsmauer ist offensichtlich recht neuen Ursprungs. Sie besteht aus roten Backsteinen mit Drahtgittern. Der Eingang befindet sich am westlichen Ende des Friedhofs und nicht an der eigentlichen Hauptallee. Am linken Torpfosten ist ein neues steinernes Schild mit der Aufschrift "Dreifaltigkeitsgemeinde" angebracht. Das ehemalige Verwaltungsgebäude (jetzt Wohnhaus) und die Kapelle
(1856 erbaut) sind rechts vom Eingang an die Brandmauer des benachbarten Wohnhauses gebaut. Beide sind grau verputzt. Links vom Eingang hat sich ein Blumenladen eingerichtet. In einem alten Mausoleum an der östlichen Mauer, direkt an der Bergmannstraße gelegen, arbeitet ein Steinmetz.
Dem Dreifaltigkeits-Friedhof liegt ursprünglich (ebenso wie dem Luisenstädtischen Friedhof) ein idealtypischer Grundriß in Kreuzform zugrunde. Die ersten vier Gräberfelder wurden zunächst zur Bergmannstraße hin um zwei kleinere Felder erweitert. Diese sechs Felder unterscheiden sich von allen
anderen an der Bergmannstraße darin, daß sie nach Osten, also quer zum Hang, gelegen sind, während alle anderen Gräberfelder den Hang hinabblicken. Seit 1858 wurde dann ein neuer Teil südlich der ersten Friedhofsmauer als Erweiterung genutzt.
Am alten Ende der Mittelallee steht als Blickpunkt das von Schinkel entworfene Grabmal der Fürstin von der Osten-Sacken (1827).
An der östlichen Mauer (mit zwei Durchgängen zum Friedrichswerderschen Friedhof) befinden sich noch viele Wandgräber. Der letzte Teil der Mauer fehlt; dort liegt ein Ehrenfeld mit Opfern des Zweiten Weltkriegs. Die ehemalige südliche Friedhofsmauer ist noch teilweise in Form einer doppelten Reihe von Wandgräbern erhalten. Die südliche Begrenzung des Friedhofs bilden heute eine Reihe von Wohncontainern gegenüber dem Kraftverkehrsamt, die als Büros von Versicherungen etc. genutzt werden. Sie befinden sich auf einem Gelände, das die Friedhofsverwaltung verpachtet hat. Sie werden aber wohl im Laufe der nächsten Jahre, nach dem Umzug des Amtes, verschwinden. An der westlichen Mauer befinden sich kaum Wandgräber. Die Alleen haben zumeist noch einen guten Bestand an alten Linden, der zum Teil durch Neupflanzungen ersetzt wird.
Die Kirche der zum Friedhof gehörenden Gemeinde befand sich in der Mauerstraße, Ecke Mohrenstraße im Bezirk Mitte. Sie wurde bei einem Bombenangriff in der Nacht vom 23. zum 24. November 1943 zerstört; die Reste wurden dann 1948 gesprengt. Im Gegensatz zu den meisten anderen Berliner Kirchen wurde kein Friedhof direkt an der Kirche angelegt. Der Friedhof befand sich seit 1739 vor dem Potsdamer Tor. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde das Gelände für den Bau des Potsdamer Bahnhofs benötigt, weshalb die Stadt es 1910 für 600.000 Mark erwarb. 1922 erfolgte die Beseitigung der Friedhofsanlage für die Erweiterung des Bahnhofsvorplatzes und die Schaffung eines U-Bahnschachts.
Die Friedhöfe Ia und Ib der Dreifaltigkeitsgemeinde liegen an der Blücherstraße in Kreuzberg. (siehe "DIE FRIEDHÖFE AM HALLESCHEN TOR.")
Der Friedhof III befindet sich seit 1901 in der Eisenacher Straße in Mariendorf (Bezirk Tempelhof).(Olaf Schröter)
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