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Franz Gustav Duncker
geb. 4.6.1822 Berlin
gest.18.6.1888 Berlin
Verleger, Politiker
Friedhof I der Jerusalems-und Neuen Kirchen-Gemeinde, G18


Franz Gustav Duncker war ein Sohn des Buchhändlers Karl Duncker, der zusammen mit Peter Humblot den auf Sozialpolitik spezialisierten Verlag Duncker & Humblot gegründet hatte. Nach seinem Geschichtsstudium wandte sich Franz Duncker ebenfalls dem Buchhandel zu.
Im Alter von 26 Jahren beteiligte sich Duncker als Hauptmann der Bürgerwehr an der Freiheitsbewegung von 1848. Elf Jahre später war er im Zuge der Emanzipationsbewegung des Bürgertums gegen die staatliche Obrigkeit Mitunterzeichner der Eisenacher Beschlüsse. Dem Nationalverein, der politischen Versammlung des Bürgertums der deutschen Kleinstaaten, wie der 1861 gegründeten Fortschrittspartei gehörte er ebenso an wie dem preußischen Landtag, in den er als Abgeordneter einzog. Krönung seiner politischen Laufbahn war sein Mandat im Berliner Reichstag. Zusammen mit Max Hirsch gründete Franz Duncker die Hirsch-Dunckerschen Gewerkvereine. Als Verleger machte er sich durch eine Zeitungsgründung einen Namen. Er kaufte die "Urwählerzeitung" auf, ein erstes demokratisches Organ im Blätterwald, und entwickelte daraus die linksliberale "Berliner Volkszeitung", ein Blatt, das seine demokratische Linie stets beibehielt. Duncker war "eine der populärsten Gestalten des Parlaments und als Volksmann wie als Mensch und Politiker von unbeugsamer Geradheit."

Pfau, Biographisches Lexikon, S.99)

(Waltraud Schade)

 


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