Friedrichswerderscher Friedhof (Bergmannstraße 42 - 44)
Der Kirchhof II der Friedrichswerderschen Gemeinde wurde am 17.1.1844 eingeweiht. Er hat eine Größe von 30.800 Quadratmetern. Auf ihm befinden sich sechs Ehrengräber.
Die Friedhofsmauer besteht aus gelben Backsteinen und eisernen Gittern (mit achteckigen Sternen verziert), in gutem Zustand. Auf den Torpfosten und den letzten Pfosten der Mauer stehen gußeiserne Kreuze, die fast vollständig
erhalten sind. Am linken Torpfosten des Eingangs ist ein schwarzes gußeisernes Schild mit der Aufschrift "Friedr. Werderscher
Kirchhof" angebracht, am rechten ein schwarzes Steinschild mit der gleichen Aufschrift. Über dem Tor, beide Pfosten verbindend, befindet sich ein altes gußeisernes Schild mit der Aufschrift "FR. WERDERSCHER KIRCHHOF". Rechts vom Eingang stehen das ehemalige Verwaltungsgebäude (jetzt Wohnhaus) und die Kapelle (1875/76 erbaut), die nicht mehr für Trauerfeierlichkeiten genutzt wird (diese finden in der Kapelle des Dreifaltigkeits-Friedhofs statt). Sie wird jetzt als Bauhof eines Senatsprojektes, das auch alte Grabmäler restauriert, genutzt. Davor steht ein 1969/70 gebauter, von Jürgen Emmerich entworfener Glockenträger. Links vom Eingang ist ein Verkaufsraum für Grabmale eingerichtet. An der östlichen Wand, direkt an der Bergmannstraße gelegen, befinden sich neue Wirtschaftsgebäude.
Auf diesem Friedhof bildeten zunächst vier längliche Gräberfelder ein langgestrecktes Rechteck. Die östliche Erweiterung des Friedhofs wurde seit den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts genutzt. Im neuen Teil südlich der ersten Friedhofsmauer, die jetzt noch als eine Doppelreihe Wandgräber erhalten und erkennbar ist, wurde das erste Wandgrab 1881 gebaut. Nach Süden bilden die Mauer zum Luisenstädtischen Friedhof und ein Gitterzaun zur Jüterboger Straße die Grenze. In der östlichen Mauer öffnet sich ein Durchgang zum Friedhof der Jerusalems- und Neuen Kirche IV, in der westlichen Mauer sind zwei Durchgänge zum Dreifaltigkeits-Friedhof. Im hinteren Teil fehlt die westliche Mauer ganz, dort liegt ein Ehrenfeld mit Opfern des Zweiten Weltkriegs. Die meisten Alleen haben noch einen guten Baumbestand.
Die Kirche der zu diesem Friedhof gehörenden Gemeinde ist noch erhalten. Sie steht an der Werderstraße im Bezirk Mitte. 1824 bis 1830 von Schinkel anstelle einer älteren Kirche erbaut, war sie nach dem Krieg lange eine Ruine, bevor sie bis 1987 wiederaufgebaut wurde. Heute gehört sie zur Nationalgalerie.
Die ersten Friedhöfe der Gemeinde lagen an den zur Gemeinde gehörenden Kirchen, der Deutschen Werderschen und der Französischen Werderschen Kirche. Beide Kirchen befanden sich in einem Gebäude, einem ehemaligen Reitstall, der 1699 bis 1701 zu einer Doppelkirche umgebaut wurde. 1824 mußten sie dem Neubau der Kirche weichen. Ein weiterer Friedhof befand sich an der Wallonenkirche zwischen Kommandanten- und Lindenstraße (1726 angelegt, 1823 geschlossen). Danach teilte die Gemeinde sich zunächst mit der Dorotheenstädtischen Gemeinde den Friedhof an der Chausseestraße 126 vor dem Oranienburger Tor in Berlin-Mitte, der 1762 angelegt wurde, bis sie ihren eigenen Friedhof bekam.
(Olaf Schröter)
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