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Hans Geiger

geb. 30.9.1882 Neustadt a.d. Weinstraße
gest. 24.9.1945 Potsdam
Physiker, Erfinder des Geigerzählers
Landeseigener Friedhof Grunewald
Abt. V, UW 2

Der Zufall wollte, daß Hans Geiger dem britischen Physiker und späteren Nobelpreisträger Ernest Rutherford begegnete. Der frisch promovierte Erlanger Physiker hatte ein Jahr am Physikalischen Institut in Manchester gearbeitet und plante bereits seine Heimreise, als Rutherford das Institut übernahm. Als Assistent Rutherfords blieb Geiger weitere fünf Jahre in England.

Geiger erforschte die von Rutherford entdeckten Alpha-Strahlen. Sein Nachweis der sogenannten Rutherford-Streuung, der unterschiedlichen Ablenkung von Alpha-Strahlen an einer dünnen Metallfolie, führte unmittelbar zur Entwicklung des Rutherfordschen Atommodells. Die Geigersche Reichweitenformel zur Umrechnung der Reichweiten von Alphastrahlen in Energie ebenso wie die Geiger-Nuttal- Beziehung, die einen systematischen Zusammenhang zwischen Zerfallsenergien und mittlerer Lebensdauer eines Alphastrahlers herstellt, markieren weitere wichtige Beiträge zur Kernphysik.

Daneben beschäftigte sich Geiger mit der elektrischen Messung radioaktiver Strahlung. Bereits 1908 konstruierte er das Proportionalzählrohr und schuf damit die Voraussetzungen für jenes Gerät, das seinen Namen berühmt machte: den Geiger-Zähler oder wie die korrekte Bezeichnung lautet: das Geiger-Müllersche Zählrohr (1928)

1929 stellten Geiger und sein Doktorand Müller den Elektronenzähler der Öffentlichkeit vor. Mittels elektroakustischer Verstärkung wurde damit die genaue Messung von Gammastrahlen möglich. Strahlungen radioaktiver Präparate werden als Knackgeräusche des Zählers gehört.

Nach Berlin kam Geiger erstmals 1912. An der Technischen Reichsanstalt richtete er das Labor für Radioaktivität ein und entwickelte geeignete Prüf- und Eichmethoden für in der Medizin nun häufiger verwendete radioaktive Substanzen. Professuren führten ihn nach Kiel (1925) und Tübingen (1929), bevor er 1936 als Direktor des Physikalischen Instituts der Technischen Hochschule nach Berlin zurückkehrte. Das 24-bändige "blaue" Handbuch der Physik, das er mit seinem Kollegen Karl Scheel zwischen 1926 und 1933 herausgab, galt bereits als Standardwerk. Seine Studenten nannten ihn augenzwinkernd den 'Variete´- Geiger. Doch auch physikalisch interessierte Laien schätzten seine Vorträge. Geiger starb wenige Monate nach Kriegsende in Potsdam. Nur ein schlichter Grabstein, versteckt in einer Reihe von Urnengräbern, weist hin auf den berühmten Physiker.

Werkauswahl:
Geiger, Hans/ Nuttall, J.M.: The ranges of the a-Particles from Various Radioactive Substances and a Relation between Range and Period of Transformation (1911); Geiger, Hans, Marsden, E.: The Laws of Deflexion of a-Particles through Large Angles (1912); Geiger, Hans: Spitzenentladungen und die elektrische Methode zur Zählung der a-Teilchen (1914); Geiger, Hans/ Scheel, Karl (Hg.): Handbuch der Physik, 24 Bände, Berlin 1926 - 1933; Geiger, Hans/ Müller, W.: Das Elektronenzählrohr (1929); Geiger, Hans: Die kosmischen Strahlenschauer (1937)

(Markus Steffens)



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