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Grabstätte Brockhusen

Gestaltung: Fritz Klimsch
Evangelischer Kirchhof Nikolassee
Fam.-Stelle 47, Ehrengrab

Eine niedrige Hecke aus flach wuchernden Rankpflanzen und Rhododendron umgibt die letzte Ruhestätte des Malers Theo von Brockhusen und seiner Familie.
Auf einem flachen Sockel erhebt sich eine Stele aus Kalkstein, die sich nach oben verjüngt und von einem ionischen Volutenkapitell abgeschlossen wird. Auf der Deckplatte steht die Freiplastik "Die Trauernde" aus Basaltlava. Der Bildhauer Fritz Klimsch hat diesen weiblichen Akt voller Anmut und Wehmut 1919 als Dublette eines seiner früheren Werke (Marmorbildwerk "Der Abend") geschaffen. Der linke Arm scheint den im Schmerz gesenkten Kopf nach außen verbergen und gleichzeitig die Gefühle von Trauer und Gram nach innen lenken und verstärken zu wollen; der rechte stützt sich mit dem Ellbogen auf dem rechten Knie ab; beide Arme umklammern sich in Kopfhöhe. Geht man um das Grabmal herum, erschließt sich ein weiterer Gefühlsakzent. Die nahezu völlige Geschlossenheit der Rückenansicht, das Niederkauern, sich Kleinmachen, der in den verschränkten Armen geborgene Kopf läßt an eine Abwehrhaltung denken. Es ist aber auch hier kein Gefühl des Bedrohtseins und der Angst, höchstens der Ungeborgenheit und Verlassenheit, mehr aber eine Konzentration des Empfindens, das sich nicht von außen stören und sich ganz gehören will. Während solche Empfindungen immer subjektiv sind, lohnen Schönheit und Vollkommenheit der Skulptur, trotz erster Anzeichen von Zerfall, das Verweilen und Nachdenken an dieser Grabstätte.

Bestattete:

  • Theo von Brockhusen (1882-1919)
  • Hildegard von Brockhusen (1884-1967)
  • Sigwina Freifrau von Geyso (1915-1994)

(Hans Therre)



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