Ernst von Halle
geb. 17.1.1869 Hamburg
gest. 28.6.1909 Grunewald
Nationalökonom, Schriftsteller
Landeseigener Friedhof Grunewald
Abt III, Erb 7
"Ein Junggeselle, der die raffinierte Lebenskultur eines weitgereisten Mannes mit ehrlicher Kunstfreude verband, Professor Ernst von Halle, wollte sich auf einem reizenden Platz am kiefernumstandenen Halensee ein Heim bauen."Dieses Portrait des jungverstorbenen Wirtschaftswissenschaftlers hat der Architekt der Halleschen Villa, Fritz Schumacher, hinterlassen. Gegen Ende der Bauzeit, 1903, heiratete der Bauherr und bezog mit seiner Frau Henriette von Moßner - Tochter eines hochdekorierten preußischen Offiziers - die Grunewaldvilla in der Erbacher Straße 3. Ernst von Halle residierte somit in unmittelbarer Nachbarschaft seines Freundes, des Staatssekretärs des Reichskolonialamtes, Bernhard Dernburg.Der Ökonom Ernst von Halle war besonders darum bemüht, zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika, wohin ihn mehrere Reisen selbst geführt hatten, und Deutschland, wirtschaftliche Verbindungen auf persönlicher Basis anzubahnen. Auch als Schriftsteller war der kunstsinnige und weltgewandte Professor äußerst produktiv. Neben zahlreichen Schriften zur lokalen und internationalen Wirtschaftsgeschichte veröffentlichte er Reisebriefe aus Westindien und Venezuela. Wegen seiner guten Auslandsbeziehungen wurde Halle zum wirtschaftlichen Berater des Reichsmarineamtes bestellt. Die vielversprechende Karriere des Admiralitätsrats Prof. Dr. Ernst von Halle endete abrupt; bald nach seiner Berufung ins Reichsmarine- und Reichsschatzamt starb er an einer Brustfellentzündung. Die Trauerfeier für Ernst von Halle fand in seinem Hause statt. Sechs Jahre nach dem Bau der Halleschen Villa errichtete der Architekt Fritz Schumacher seinem ehemaligen Bauherrn ein Grabmal.
Werkauswahl:
Die Hamburger Girobank (1891); Die Cholera in Hamburg (1893); Trusts in the United States (1895); Geschichte des Hamburger Maklerwesens (1896); Reisebriefe aus Westindien und Venezuela (1896); Weltproduktion und Welthandel (1908)(Gabriele Jäger)
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