Trauerfeier für Ernst von Halle
Am 4.7.1909 berichtete das Grunewald-Echo:
"Die Trauerfeier für den Wirkl. Geh. Admiralitätsrat Professor Dr. von Halle, der seit einer Reihe von Jahren sich in der Erbacher Straße 3a angesiedelt hatte und zu Anfang der Woche im 42. Lebensjahre an einer Brustfellentzündung entschlafen war, fand am Freitag unter großer Beteiligung mit akademischen Ehren statt. Der Salon der Villa des Verstorbenen war in eine Trauerhalle umgewandelt, durch Berge von Palmen und Lorbeerbäumen, Kränzen und blühenden Blumen bedeckt, war der inmitten des Raumes aufgebahrte Sarg fast unsichtbar. Studierende der Universität Berlin und der Charlottenburger Hochschule hielten im studentischen Wichs mit gezogenen Schlägern die Totenwache. Die Vereinigungen, Korps und Landsmannschaften waren mit ihren Bannern und und denen beider Hochschulen erschienen, und die Chargierten bildeten bis zur Straße Spalier. Groß war auch die Zahl der Professoren und sonstigen Leidtragenden, unter denen insbesondere Exzellenz Dernburg, der Nachbar und langjährige Freund des Verblichenen und Exzellenz von Moßner, der Vater der Frau von Halle erwähnt seien. Die Gedächtnisrede, in der er auf die wissenschaftliche Bedeutung des so früh Entschlafenen hinwies, hielt Militäroberpfarrer Konsistorialrat Goens. In langem Zuge bewegte sich dann die Trauerversammlung nach dem Gemeindefriedhofe in der Bornstedter Straße, woselbst die sterblichen Reste des Verblichenen ... beigesetzt wurden. Geheimrat von Halle hatte wegen seiner schweren Erkrankung bereits vor Wochen seine hiesige Villa verlassen und ein Sanatorium aufsuchen müssen, wo ihn im besten Mannesalter der Tod ereilt hat. Er hinterläßt eine Tochter und zwei Söhne. Wir verlieren in ihm einen Freund und Gönner unseres Blattes, das er, der den lokalen und kommunal-politischen Interessen der Gemeinde stets seine besondere Aufmerksamkeit zuwendete, wiederholt duch geistreiche und wertvolle Beiträge erfreut hat, ohne daß er jedoch als Autor genannt sein wollte."
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