Engelbert Humperdinck
geb. 1.9.1854 Siegburg
gest. 27.9.1921 Neustrelitz/Mecklenburg
Komponist
Städtischer Friedhof Berlin-Zehlendorf
Feld 008 Mitteltrakt
Humperdinck studierte zunächst in Köln bei Ferdinand Hiller, anschließend (1876-79) bei Rheinsberger in München Kontrapunkt und Komposition. 1879 erhielt er den Mendelssohn-Preis und reiste für ein halbes Jahr nach Italien. Dort lernte er Richard Wagner kennen und ging als dessen Assistent für die Uraufführung des Parsival nach Bayeuth. Ende 1885 wechselte er als Kompositionslehrer an des Konservatorium in Barcelona. Seit 1888 arbeitete er als Lektor im Musikverlag B.Schott & Söhne in Mainz. 1890-97 war er Lehrer am Hochschen Konservatorium in Frankfurt und Opernreferent der Frankfurter Zeitung. Durch die Uraufführung seiner Märchenoper "Hänsel und Gretel" wurde er 1893 schlagartig berühmt und finanziell unabhängig. 1900 bis 1920 leitete er die Meisterklasse für Komposition an der Akademie der Künste in Berlin, wo er 1905 - 1912 im Auftrag Max Reinhardts die Bühnenmusiken zu dessen Shakespeare-Inszenierungen komponierte. 1910 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Universität Berlin und 1911 wurde er als Direktor der Theorie- und Kompositions-Klasse in der Nachfolge Max Bruchs an die Musikhochschule Berlin berufen. Gleichzeitig ernannte ihn die Akademie der Künste zu ihrem Vizepräsidenten. Humperdinck gelang es - besonders in seiner Oper "Hänsel und Gretel" - durch Rückgriff auf das Volksmärchen und volksliedhafte Tönung seiner Kompositionen, aus der Nachfolge Wagners herauszutreten und diese zu überwinden. In den "Königskindern", um die es um 1900 herum lebhafte kunsttheoretische Debatten gab, verwandte er das Melodram als ein für die Oper neues, stilbildendes Element. Seine Shakespeare- Bühnenmusiken wurden bis in die 30er Jahre hinein häufig gespielt. Humperdinck starb am 27.9. 1921 in Neustrelitz.
Werkauswahl:
Die Wallfahrt nach Kevelaer (Chorballade 1878-87), Das Glück von Edenhall (Chorballade 1879-83), Hänsel und Gretel (Märchenoper 1893); Königskinder (Melodram 1897); Maurische Rhapsodie (1898), verschiedene Kammermusikwerke, u.a. ein Streichquartett (1920), zahlreiche Bühnenmusiken zu Werken von u.a. Shakespeare, Maeterlinck.(Susanne Politt)
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