Clara Sudermann, geb. Schulz, verw. Lauckner
geb. 14. 02. 1861 Königsberg
gest. 17. 10. 1924 Berlin
Schriftstellerin
Landeseigener Friedhof Grunewald
Abt. V, Reihe 58, Ehrengrab
"Um Gottes willen! Nicht losschluchzen! Nicht in die Kniee brechen! Dort am Eingang, die Blumensträuße bewachend, stand ja der Diener. Richtig, die Blumensträuße! Die gehörten zu ihr! Die gehörten aufs Grab! Und auf ihr Grab gehörte auch er." (Hermann Sudermann, Die Frau des Steffen Tromholt. Stuttgart/Berlin, 1927, S. 658) So betrauert die Titelfigur Steffen Tromholt den Tod der geliebten Frau Brigitte in dem Roman "Die Frau des Steffen Tromholt" von Hermann Sudermann, der darin die Geschichte einer Ehe zwischen einem Schriftsteller und seiner Frau beschrieb: "Ach so oft hatte er 'Muse' zu ihr gesagt, aber immer nur spottend, ja höhnisch vielleichtgar!" (Hermann Sudermann, Die Frau des Steffen Tromholt. Stuttgart/Berlin, 1927, S. 657) Er erzählte die Geschichte seiner eigenen Frau, Brigitte Tromholt alias Clara Sudermann.
1885 hatte Clara Schulz den Wasserbaudirektor Lauckner geheiratet, der schon vier Jahre später tödlich verunglückte. Der Ehe entstammten drei Kinder, Rolf, Ilse und Witte. Letzterer stürzte vier Jahre später beim Spielen vom Balkon und starb. Nach dem Tod ihres Mannes begann Clara zu schreiben.
Im Sommer 1891 lernte Clara Lauckner den Schriftsteller Hermann Sudermann kennen, im Herbst heirateten sie auf Helgoland. Die Familie wohnte zunächst in Königsberg, dann im Ostseebad Rauschen, ab 1895 in Berlin. Die beiden Laucknerschen Kinder Rolf und Ilse besuchten ein Internat in Dresden und kamen nur in den Ferien nach Berlin. Hermann Sudermann war oft auf Reisen. Er empfand die Ehe als bedrückend, war aber immer wieder froh, zu seinem 'sorgenden Schutzengel' Clara zurückkehren zu können. (Irmgard Leux: Briefe Hermann Sudermanns an seine Frau, Stuttgart, 1932, S. 137) Beider einziges gemeinsames Kind wurde im Juni 1892 geboren und nach Sudermanns Freundin "Hede", der ersten Frau des Bildhauers Johannes Hilgers, benannt. Clara schrieb im Schatten ihres Mannes weiter. Bei einem Dichterwettbewerb gewann Clara mit ihrer Novelle "Mein Stern" den ersten Preis. 1896 erschien ihr Roman "Die Siegerin", und eben diesen Titel gab Sudermann 1927 dem Schlußkapitel seines Beichtromans "Die Frau des Steffen Tromholt". 1904 wurde das Drama "Die faule Mare" eines E. Linde in München uraufgeführt. Doch die Presse brachte schnell die Nachricht, daß die Verfasserin die Gattin des Hermann Sudermann sei.
Clara Sudermann verstarb infolge eines schweren Herzleidens allein in einem Krankenzimmer der Berliner Charité. Sudermann wollte die Genesende wenige Stunden später besuchen. Auf ihrem Grab befindet sich eine gesockelte Frauenbüste. Eine Darstellung der Göttin Hera, der Beschützerin der Ehe und der Frauen.
Werkauswahl:
Mein Stern. Novelle, 1891; Die Siegerin. Roman, 1896; An geöffneter Tür. Novellensammlung, 1913; Am Glück vorbei. Roman, 1920(Ulrike Peters-Kania)
![]()
![]()
Kontakt:
gbbb@gmx.de
© GBBB e. V. 1994 - 2006