Hermann Sudermann
geb. 30. 09. 1857 Matziken
gest. 21. 11. 1928 Berlin
Schriftsteller
Landeseigener Friedhof Grunewald
Abt. V, Reihe 58, Ehrengrab
Nach einem Schlaganfall und anschließender Lungenentzündung verstarb am Buß- und Bettag der zwischen 1890 und 1910 meistgespielte Autor naturalistischer Gesellschaftsdramen, Bestseller klassischer Bauernnovellen und Liebling des weiblichen Publikums, Hermann Sudermann. Die Beisetzung sollte erfolgen an der Seite seiner vier Jahre zuvor verstorbenen Frau, der Schriftstellerin Clara Sudermann.Das Verkehrschaos vor dem Friedhof konnte die Polizei noch verhindern, nicht aber die peinlichen Szenen vor dem Eingang und vor der Friedhofskapelle. Die engsten Familienmitglieder, unter ihnen sein Stiefsohn, der Schriftsteller Rolf Lauckner nebst seiner Gattin, der Bildhauerin Elfriede Thum, hatten Mühe, durch die festgepferchte Menge bis zum Grab vorzudringen. Sein größter Konkurrent, sein einstiger Nachbar in der Villenkolonie, Gerhart Hauptmann, ließ einen Kranz niederlegen. Für den Goethe-Bund, der aus der außerparlamentarischen Opposition unter Führung Sudermanns gegen das Zensurgesetz der Lex Heinze hervorgegangen war, sprach dessen Chefredakteur Landau. Als Gedenkstätte bis heute (1995) erhalten ist sein Arbeitszimmer in dem von Otto March 1894/95 erbauten Landhaus in der Bettinastr. 3 der Villenkolonie Grunewald. Das Haus trägt eine Erinnerungstafel. Sein 1902 erworbener Sommersitz, Schloß Blankensee, wird derzeit (1995) von der Technischen Universität Berlin als Tagungs- und Begegnungsstätte restauriert. Ein Portrait Sudermanns von Max Slevogt befindet sich in der Berliner Nationalgalerie.
Als Schriftsteller hinterließ Hermann Sudermann ca. 30 Dramen, 8 Romane, 9 Novellen und eine Autobiographie: "Das Bilderbuch meiner Jugend" (1923), ein Stück Zeitgeschichte der Lebensbedingungen unter Bismarck. Einige Novellen dienten als Vorlage erfolgreicher Filme.
Werkauswahl:
Ehre. Schauspiel. Stuttgart/Berlin, 1890; Heimat. Schauspiel. Stuttgart/Berlin, 1894; Das Hohe Lied, Roman, Stuttgart/Berlin, 1908; Litauische Geschichten. Stuttgart/Berlin, 1917; Das Bilderbuch meiner Jugend. Autobiographie. Stuttgart/Berlin, 1923; Die Frau des Steffen Tromholt. Roman. Stuttgart/Berlin, 1927(Ulrike Peters-Kania)
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