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Schloß Blankensee


Hermann Sudermann hatte das Schloß samt seines Parks 1902 von seinem hochverschuldeten Freund Victor von Thümen erworben. "Der Thümensche Winkel wie der Landstrich zwischen Trebbin, Saarmund und Beelitz seit alter Zeit liebevoll genannt wurde, war als kursächsische Enklave ein Ärgernis für den Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. . Kaum drei Meilen von Potsdam entfernt, bildete Blankensee einen begehrten Schlupfwinkel für preußische Deserteure." (Sudermanns Schloß und Park Blankensee. Eine Spurensuche, hrsg. v. Angelika u. Bernd Erhard Fischer, Berlin 1991, S. 101) Den Park seines Refugiums reicherte Sudermann mit immer neuen Skulpturen, Säulen, Stuckteilen an, die der leidenschaftliche Sammler von seinen ausgedehnten Bildungsreisen mitbrachte. In seinem Testament verfügte Sudermann, das Anwesen sei dem Schutzverband Deutscher Schriftsteller und dem Verband der Bühnenautoren zu übereignen, um kranken und bedürftigen Kollegen eine Zufluchtsmöglichkeit zu bieten.

Der kostenintensive Unterhalt des Schlosses aber machte es seinem Nachlaßverwalter Rolf Lauckner, und der durch Freunde initiierten Hermann Sudermann-Stiftung unmöglich, das Testament zu erfüllen. Das Gebäude begann zu verfallen. Lauckner bewohnte das Schloß zwar noch während des Dritten Reiches, nach 1945 aber beschlagnahmte es die sowjetische Armee, ohne es jedoch zu enteignen - einer Anordnung Stalins zufolge durften Stiftungen ausdrücklich nicht enteignet werden. Viele Kunstgegenstände und nahezu die gesamte Einrichtung verschwanden. Nur der Flügel nicht, dem Lauckner vorsorgend die Beine abmontiert hatte.

1959 schlossen die Gemeinde Blankensee und die Hermann Sudermann-Stiftung einen Pachtvertrag, der das Schloß zwar vor dem drohenden Abriß, nicht aber vor dem weiteren Verfall bewahrte. Es standen weder öffentliche, noch private Gelder zur Pflege dieses, seit 1958 unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes zur Verfügung. Bis 1985 beherbergte es eine Schule und eine Kindertagesstätte, bis zur Wende vorübergehend den Bürgermeister. 1986 gab es erste Anstrengungen der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, diese historische Bausubstanz zu erhalten. Seit 1994 ist die Brandenburgische Schlösser GmbH neue Eigentümerin, die Hermann-Sudermann-Stiftung fungiert als Bewahrerin des Sudermannschen Erbes, die Technische Universität Berlin wird es nach erfolgreicher Restauration als Tagungs- und Begegnungsstätte nutzen.

(Ulrike Peters-Kania)



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