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Luisenstädtischer Friedhof

(Südstern 8-12)

Der Luisenstädtische Friedhof wurde am 14. Oktober 1831, an einem ehemaligen Weinberg gelegen, eingeweiht. Später wurde er mehrfach erweitert, so daß er mit 90 998 Quadratmetern etwas weniger als die Hälfte der Gesamtfläche des Friedhofskomplexes an der Bergmannstraße einnimmt. Er ist der größte historische Gemeindefriedhof Berlins. Allein die Friedhofsmauer von insgesamt etwa einem Kilometer Länge bietet fast 300 Erbbegräbnissen Platz. Auf dem Friedhof finden sich neun noch erhaltene Ehrengräber.

Die Friedhofsmauer (1896 von Louis Arnd errichtet) ist aus rotem Backstein, der seine Herkunft durch den Prägeaufdruck "Rathenow" verrät. Zwischen Verwaltungsgebäude (ebenfalls aus rotem Backstein) und der Bebauung am Südstern ist die Mauer durch Eisengitter durchbrochen, die Pfeile und Ringe als Verzierung tragen, westlich des Gebäudes ist sie massiv. An der linken Seite des Tors befindet sich ein neues Schild aus rötlichem Granit mit der Aufschrift "Alter Luisenstadt Kirchhof", auf der Innenseite desselben Torpfostens ein älteres, schwarzes Schild aus Gußeisen mit der Aufschrift "Friedhof für die Gemeinde der Luisenstadt Kirche".

Das Verwaltungsgebäude stammt von 1892 und ist ebenfalls von Louis Arnd entworfen worden.

Die Kapelle wurde 1908/09 nach Plänen von Walter und Carl Koeppen erbaut.

Der Glockenturm wurde 1928 nach einem Entwurf von Heinrich Straumer errichtet.

Im Gegensatz zu den anderen drei Friedhöfen an der Bergmannstraße, die einen rechteckigen Grundriß haben, hat der Luisenstädtische Friedhof die Form eines rechten Winkels, da er am südlichen Ende in westlicher Richtung, hinter dem Friedhof der Jerusalems- und Neuen Kirche IV und am Friedrichswerderschen Friedhof entlang, erweitert wurde. Ursprünglich bildeten jedoch die heutigen Grabfelder 10, 10A, 15, 11, 1, 2 und 12 einen zur damaligen Zeit idealtypischen Grundriß, bei dem vier Grabfelder durch zwei Wege in Kreuzform getrennt werden. (Dieser Grundriß findet sich auch auf dem Dreifaltigkeits-Friedhof.)

Rechts vom Eingang, direkt an der Straße, steht das Verwaltungsgebäude (aus rotem Backstein); die Kapelle liegt, etwas zurückgesetzt, auf der linken Seite. Vom Eingang aus führt der Hauptweg den Berg hinauf, an einer ersten Kreuzung mit dem Glockenturm vorbei, zu einem Rondell, das den Mittelpunkt des ältesten Teiles des Friedhofs bildete. Dort steht - schon vom Tor aus sichtbarer point de vue - seit 1904 die Statue eines "Auferstehungsengels". Eine Kreuzung weiter befindet sich, ebenfalls auf einem Rondell, das monumentale Mausoleum der Familie Löblich. Die hier rechts abzweigende Allee führt, ebenso wie die beiden nächsten, in die seitliche Erweiterung (1869 abgeschlossen) des Friedhofs. An den beiden seitlichen Alleen im vorderen Teil sowie den Alleen im hinteren Bereich stehen zumeist noch alte Linden.

Die Kirche der zu dem Friedhof gehörenden Gemeinde stand an der Sebastianstraße, der Grenze zwischen Mitte und Kreuzberg, im Bereich der "Mauer". Sie wurde 1751 bis 1753 als Ersatz für eine Kapelle von 1695 erbaut und hieß zunächst Sebastianskirche, dann "Köllnische Vorstadt-Kirche". 1802 wurde sie zur "Luisenstadtkirche", nach dem Tod der Königin Luise 1810 zur "Luisenkirche", bis sie seit 1837 dann wieder Luisenstadtkirche hieß. Nachdem sie im Zweiten Weltkrieg bei einem Bombenangriff stark beschädigt worden war, wurde die Ruine am 29. Mai 1964 gesprengt. Heute ist die Gemeinde mit der St. Jacobi-Gemeinde zusammengeschlossen. An der Luisenstadtkirche befand sich seit 1686 auch der erste Friedhof der Gemeinde, auf dem 1784 Friedemann Bach beerdigt wurde. 1831 wurde er geschlossen und 1851 zu einer Parkanlage umgewandelt.

Ein weiterer Friedhof der Luisenstadtgemeinde befindet sich seit 1873 an der Neuköllner Hermannstraße 186-190.
(Olaf Schröter)


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