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August Orth

geb. 25.07.1828 (Gittelde/Seesen)
gest. 11.05.1911 (Berlin)
Architekt
Grab auf dem Friedhof Dreifaltigkeit II, L-MA-14

August Orth stammt aus einer kinderreichen Bauernfamilie im Harz. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Corbach studierte er Architektur, zunächst ab 1848 in Braunschweig, ab 1850 in Berlin an der Bauakademie. Er war Schüler der Architekten Friedrich August Stüler (1800 bis 1865), Karl Boetticher und Wilhelm Stier.

Der Bildhauer Christian Daniel Rauch (1777 bis 1857) vermittelte ihn an das Atelier von Professor Johann Heinrich Strack (1805 bis 1880), wo er ein Jahr arbeitete. 1856 gewann Orth den 1. Preis beim Wettbewerb um den Bau einer romanischen Kirche auf der Halbinsel des Humboldt-Hafens. Für kurze Zeit arbeitete August Orth er als Baumeister für die Bergisch-Märkische Eisenbahn in Elberfeld. Eine Studienreise führte ihn nach Südfrankreich und Italien, bevor er sich in Berlin als Baumeister evangelischer Kirchen einen Namen machte.

Sein Stil zeichnet sich durch die strenge Formgebung aus, wobei er unter Hinzufügen gotischer und neu erfundener Formen den Rundbogenstil zu beleben suchte und der Akkustik einen wichtigen Platz einräumte.Er schuf die Zionskirche, einen Backsteinbau in der Rosenthaler Vorstadt, und 1878 die Dankeskirche in Wedding. In den achtziger Jahren entstanden durch ihn die Friedenskirche in der Ruppiner Straße, die Himmelfahrts- und Gethsemane-Kirche sowie die Emmauskirche auf dem Lausitzer Platz. Aber auch in anderen Städten errichtete er Sakralbauten, so in Pyrmont, Neiße, Essen und Bethlehem.

Orth wirkte aber auch als Erbauer von Villen und Palästen: von ihm stammen das Wohnhaus des Eisenbahnkönigs, Bethel Henry Strousberg in der Wilhelmstraße; das Wöhlertsche Haus in der Budapester Straße 2, das Schlütersche Wohnhaus in der Königgrätzer Straße 93, die Villa Rütgers in der Kurfürstenstraße; und die Hochbauten des Görlitzer Bahnhofs.

August Orth starb an den Folgen einer Gallenoperation. 1910 starb seine Schwester Marie Orth, die mit ihm und dem ebenfalls ledigen Bruder Albert Orth zusammen gelebt hatte.

Werkauswahl:

  • Berlin und seine Zukunft
  • Berlin und seine Bauten,
  • Die Zukunft Charlottenburgs,
  • Zur Zentralfriedhofsanlage in Berlin
(Martin Müller)

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