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Gesellschaft zur Förderung von Bildung, Beschäftigung und neuen Berufen e.V.
Informationen zum Projekt Berliner Friedhöfe
Das Projekt "Berliner Friedhöfe - Teil I" lief im Rahmen einer AB-Maßnahme unter dem Titel: "Elektronische Dokumentation der Berliner Kulturgeschichte - Erhebung und Verknüpfung von Daten zu Berliner Friedhöfen und ihrer Geschichte". Beteiligt waren über einen Zeitraum von zwei Jahren insgesamt 80 Mitarbeiter aus vielen akademischen Bereichen, die in zwei Gruppen arbeiteten: die eine über historische Friedhöfe in den Berliner Bezirken Kreuzberg und Schöneberg, die andere über Begräbnisstätten in Wilmersdorf und Zehlendorf. Finanziert wurde unser Projekt von der Bundesanstalt für Arbeit, dem Land Berlin und der EU, vertreten durch die Gesellschaft für soziale Unternehmensberatung (GsuB).In unserer Arbeit verbanden wir das traditionelle akademische Potential der Geisteswissenschaften mit den modernen Anforderungen einer Multimediaanwendung. Im Resultat haben wir eine CD-ROM entwickelt, die in ihrer Form bisher einzigartig ist.
Anders als die üblichen Friedhofsführer oder Ausstellungen zum Thema konnte unser Projekt die einzigartigen Chancen der multimedialen Darstellung am Bildschirm nutzen: Während sich die traditionellen Medien auf die chronologische Folge von Bild und Text beschränken müssen, läßt die CD-ROM den Benutzern die Wahl der Verknüpfungsmöglichkeiten: Sie bietet sowohl einen informativen touristischen Rundgang als auch eine Art "Ausstellung" über Grabmale und Grabmalkunst, einst berühmte Berliner Persönlichkeiten, Friedhofsgeschichte, sowie kunstgeschichtliche überblicke und kulturgeschichtliche Vertiefungen.
Besonders wichtig erscheint uns, daß mit Hilfe einer CD-ROM wertvolles Kulturgut zumindest virtuell dokumentiert und bewahrt werden kann, das ansonsten unwiederbringlich verloren wäre. Selbst kunstgeschichtlich wertvolle Erbbegräbnisse, die vom Verfall bedroht sind, werden eingeebnet, wenn für ihren Erhalt die finanziellen Mittel fehlen . Die meisten Grabstätten verschwinden aber bereits nach 20-40 Jahren, um Raum für neue Gräber zu schaffen. Wir haben mehrfach die Erfahrung gemacht, daß trotz des Bemühens der Friedhofsverwaltungen um Bestandsbewahrung kulturell und kunsthistorisch wichtige Grabstätten abgeräumt werden mußten, so z.B. eine ganze Reihe typischer Reformgrabstätten vom Beginn dieses Jahrhunderts. Selbst wenn die Gräber als erhaltenswert eingestuft werden, fehlt oft das Geld zur angemessenen Pflege bzw. Wiederinstandsetzung, so daß die Gräber verfallen oder ganz verlorengehen (Zerfall/ überwucherung).
Jeder wird sich mit dem interaktiven Medium seine eigenen Pfade durch das Labyrinth der Gräberdaten bahnen. Und jeder wird sich selbst einen individuellen Friedhofsführer entwerfen können. Wenn Sie virtuell über die Friedhöfe wandern, stoßen Sie zuerst auf die Fotos der Gräber. Möchten Sie etwas über die kunsthistorische Bedeutung der Monumente erfahren? Interessiert Sie die Deutung der Inschriften und Symbole? Oder wollen Sie gleich die Biographie eines Bestatteten aufrufen? Ein System von Hyperlinks leitet Sie dann von einer Lebensgeschichte zur anderen. Hintergrundartikel verdichten das Netzwerk - mit Themen wie "Berliner Theater " oder "Kultur der Salons" und "Industrie und Gewerbe". Jeder Friedhof hat seine eigene Geschichte. Glossare, Stadt- und Friedhofspläne bieten Ihnen weitere interaktive Möglichkeiten. Unsere Multimedia-Elemente kommunizieren auf einer Oberfläche, deren Grafik Sie in die kontemplative Atmosphäre der Friedhöfe hineinziehen wird.
Aufgrund der Komplexität dieser Thematik und eines vorgegebenen Zeitlimits für die Multimedia-Entwicklung, mußten wir bei der Beschreibung der Begräbnisstätten eine Auswahl treffen. Einen Auszug aus unserer CD-ROM finden Sie auf diesen Internet-Seiten.
Ursprünglich planten wir eine Fortsetzung des Projektes. Aus Gründen, die der Verein GBBB e.V. nicht zu vertreten hat, wird es ein Projekt dieser Größenordnung unter seiner Trägerschaft zukünftig nicht mehr geben. Die Rahmenbedingungen zur Finanzierung derartiger Maßnahmen sind für uns als freien Träger nicht mehr akzeptabel.
Ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, daß es einem Teil unserer ehemaligen Projektteilnehmer gelungen ist, den Sprung in den ersten Arbeitsmarkt zu schaffen.
Nachruf
Alle, die an diesem Projekt beteiligt waren, gaben ihr Bestes. Besonders hervorzuheben ist die hohe Motivation der Teilnehmer, die bereits in der Startphase konzeptionell alle wesentlichen Arbeitsschritte zur Realisierung unser Zielvorgaben vortrefflich umsetzten, der enorme Teamgeist, der das Projekt beflügelte, der einzigartig hohe Kollegialitätsgrad und die in diesem Zusammenhang praktizierte Toleranz gegenüber Mitarbeitern, die noch etwas übung in Sachen Teamarbeit benötigten. Nicht unerwähnt bleiben sollte die uneingeschränkte Bereitschaft unserer ehemaligen Kollegen und Kolleginnen zur Aneignung neuer Lerntechniken, so daß wir uns unverhältnismäßig schnell unserem Ziel näherten. Unsere fleißigen Informatiker versorgten uns mit immer neuen Datenbanken, die heftig genutzt wurden.Hervorzuheben ist die unermüdliche Einsatzfreude der Mitarbeiter, die bei Wind und Wetter auf den Friedhöfen recherchierten, fotografierten, dokumentierten und kontaktierten. Hervorragend funktionierte auch die Zusammenarbeit zwischen den an unterschiedlichen Standorten arbeitenden Projektteilnehmern, die zu keinem Zeitpunkt unser gemeinsames Ziel aus den Augen verloren. Dank eines außerordentlich gut funktionierenden Informationsaustausches, gelang die Umsetzung einer teamorientierten und vertrauensvollen Zusammenarbeit mit allen Beteiligten.
Meinen persönlichen Dank an all diejenigen, die über die offizielle Projektzeit hinaus in ihrer freien Zeit in irgend einer Form dazu beitrugen, die CD-ROM fertigzustellen.
Ganz besonders aber möchte ich mich für den kontinuierlichen Einsatz bedanken, bei all denen, die bis zum "bitteren Ende" durchhielten:
Angelika Birkenschenkel, Gudrun Grimpe-Christen, Gabriele Jäger, Monika Hannzs, Kirsten Janke, Herbert Mathea, Sabine Nam, Susanne Politt, Waltraud Schade, Olaf Schröter, Elke Schulz, Robert Sester und Monika Winter-Aretz.
Peter Hesse
GBBB e. V.
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