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Grabstätte
Erbbegräbnis Albert Streichenberg

(Neubelegung: Skrobala/Labs)
Gestaltung: Bildhauer: R. Pohle; entstanden um 1880
Alter St. Matthäus-Kirchhof, 91 F-W-I


Das monumentale dreiachsige Wandgrab zeichnet sich durch einen betont raumhaltigen Eindruck aus, der vor allem durch die kollonadenförmig vorgezogenen Seitenwangen mit abschließenden toskanischen Säulen hervorgerufen wird. Das Gebälk der Grab Streichenberg Seitenachsen zieht sich dabei um die Seitenwangen herum und liegt dort jeweils auf einem Wandpfeiler und der Säule auf. Über dem Kranzgesims folgt als oberer Abschluß noch eine sehr niedrige schmalere Attika.

Das Zentrum der spätklassizistisch geprägten Anlage nimmt eine hohe, die Seitenachsen deutlich überragende Pfeilerädikula mit rundbogiger Öffnung (Triumphbogenschema) ein. Über der Arkade der portalartigen Nische sitzt ein flacher Dreiecksgiebel mit Eckakroterien und schmucklosem Tympanon auf.

Sechs hochrechteckige Grabtafeln aus schwarzem Granit sind fensterartig und in paarweiser Anordnung in den Seitenachsen und an der Nischen-Rückwand angebracht. Die relativ hohe, sich um die Ädikula und die Kollonadenpfeiler verkröpfende Sockelzone stellt eine engere Verbindung der einzelnen Teile des Wandgrabes her.

Die konkav eingetiefte Lünette der Nische schließlich präsentiert ein besonders qualitätvoll gemeißeltes, plastisch hervortretendes Marmorrelief mit der Darstellung eines gefluegelter Genius gelagerten geflügelten Genius, der sich auf einen Säulenstumpf stützt und die gewaltigen Schwingen weit ausgebreitet hat. Sein im Dreiviertelprofil nach links gegebenes und in den Nacken geworfenes Haupt ist von schulterlangem strähnigem Haar gerahmt. Den Blick hat er nach oben gen Himmel gerichtet, die Beine auf dem unteren plinthenartigen Reliefrand nach links gestreckt. Der in gleicher Richtung geführte rechte Arm hält einen Anker, die linke Hand des aufgestützten Armes einen Mohnkranz Genius (Detail) als Attribut, d.h. als Symbole von Tod und Hoffnung. Durch die Inschrift "R. Pohle" am unteren Reliefrand rechts ist die Urheberschaft des Bildhauers Rudolf Pohle gesichert.

Der gesamte Zustand des Grabdenkmals ist zufriedenstellend, das Relief sogar vollständig erhalten, nebst Fassungsresten.

Die Grabfläche ist heute von einer schlichten niedrigen Umfassungsmauer umgeben, auf der einst ein schmiedeeisernes Gitter verankert war.

Typ: Wandgrab

Maße: Relief: 1,25 m hoch

(Thomas Ratzka)



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